Als ich in der vergangenen Nacht das silberne Licht des Vollmondes auf dem Fußboden unseres Esszimmers schimmern sah, dachte ich an den Tag vor 70 Jahren zurück, an dem Esther geboren wurde. Es war ein Samstag, und in meiner Erinnerung hat sich festgesetzt, dass unser Vater zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben die Schulbrote schmierte. Früh am Morgen hatte er den Anruf aus dem Krankenhaus bekommen, der Esthers Geburt meldete. Er hatte daraufhin ein wenig mürrisch Worte gemurmelt, in denen "Weiberwirtschaft" vorkam. Er erfuhr durch diesen Anruf, dass er jetzt drei Töchter hatte.
Dienstag, 3. März 2026
Meine Schwester Esther, heute 70 Jahre alt
Mittwoch, 18. Februar 2026
Gemeinsames Fasten
In diesem Jahr fällt die muslimische Fastenzeit mit derjenigen der Christen zusammen. Erster Fastentag im Ramadan ist Donnerstag, der 19. Februar, das ist einen Tag nach dem heutigen Aschermittwoch, an dem traditionell die christliche Fastenzeit beginnt. Die Zeit des Verzichtes auf Essen und Trinken endet bei den Muslimen am 19. März, bei den Christen erst an Ostern, am 5. April. Worauf die Christen verzichten, ist nicht verbindlich geregelt. Gerne wird auf Alkohol verzichtet, auch auf Süßigkeiten oder auf Fleisch. Muslimen und Christen gemeinsam ist, dass sie ihren Kopf klar bekommen wollen für neue Gedanken. In diesem Sinne den frommen Fastenden in der Runde: ich wünsche allen eine gute Zeit!
Freitag, 13. Februar 2026
Helmuth Rilling
Helmuth Rilling ist tot. Ich habe als Student in einem seiner Chöre mitgesungen und betrachte es als Glück, dass ich danach eine lebenslange, wenn auch lose Verbindung zu ihm halten durfte. Von ihm konnte man lernen, leise aufzutreten und trotzdem klar zu zeigen, in welche Richtung man gehen wollte.
Samstag, 10. Januar 2026
Ein herzliches Dankeschön
„Amen und Dank!“ schrieb mir vor ein paar Tagen ein lieber Freund, dem ich zu seinem Geburtstag (in den hohen Siebzigern) gratuliert hatte. Diese kurze Form hatte er wohl deshalb gewählt, weil zu seinem Geburtstag sehr viele Grüße und gute Wünsche eingegangen waren, die er nicht alle einzeln ausführlich beantworten konnte.
Ich wiederhole diese Worte heute ebenfalls „Amen und Dank!“ weil auch bei mir die Vielzahl der guten Wünsche (rund 100) eine individuelle Beantwortung schwierig macht. Ich bin von der großen Zahl überwältigt, weil ich bei zunehmendem Alter ein abnehmendes Interesse an meiner Person erwartet hatte. Das Netz der Kontakte wird nach meinem Eindruck im Alter dünner, vor allen Dingen, weil man älter werdend eher faul und nachlässig wird, solche Kontakte zu pflegen.
Aber - die Grüße und Glückwünsche gestern und auch noch heute haben mir das Gegenteil gezeigt. Und so ist es jetzt in meinem Herzen sehr warm.
Nochmal deshalb: Amen und Dank!
Montag, 5. Januar 2026
Adenauer
Wir haben uns vor dem Westportal des Doms den Einzug der prominenten Trauergäste angeschaut und sind später zum Südportal gelaufen, von wo der Trauerzug hinunter zum Rhein führte. Von dort wurde der Sarg auf einem Schiff in Adenauers Wohnort Rhöndorf gebracht, wo er auf dem örtlichen Friedhof bestattet wurde.
Ich habe eine ganze Reihe von Fotos gemacht, auf denen man mit etwas gutem Willen die Präsidenten Charles de Gaulle, Heinrich Lübke und Lyndon B. Johnson erkennen kann.. Sie gingen ohne erkennbaren Schutz durch die rechts und links an der Straße stehenden Menschenmengen. Auf den Dächern der Häuser waren jedoch immer wieder bewaffnete Posten zu erkennen.
Kennedy war vor etwas mehr als drei Jahren bei einer Fahrt im offenen Wagen erschossen worden. Mich wunderte damals, dass man vor der Wiederholung eines vergleichbaren Attentates nach meinem Eindruck wenig Angst hatte.
In der Kirche hat der damalige Kölner Kardinal Frings gesprochen. Davon habe ich allerdings nichts mitbekommen.

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