Sonntag, 6. Januar 2013

Anna Karenina



Warum gehe ich nach der Vorführung dieser Neuverfilmung so glücklich aus dem Kino? Ist es die Begegnung mit Keira Knightley in der Hauptrolle, deren Schönheit mich schon beim ersten Foto, das ich in einer Filmvorschau in der Zeitung sah, in den Bann schlug? Oder ist es die zauberhafte Theatertechnik des Films, in dem die meisten Szenen des mehr als 900 Seiten langen Romans in einer Art von Bühnenhaus spielen, in denen die Räume in schneller Folge – eine Tür öffnet sich, eine Wand wird eingefügt, ein Vorhang wird gehoben, senkt sich wieder  – wechseln?

Donnerstag, 3. Januar 2013

Samaria, verlinkt

Hier sind einige Links – für alle, die sich weiteres Wissen über die Samaritaner auf dem Berge Garizim aneignen wollen. 


Mittwoch, 2. Januar 2013

Palestine, planned


This plan is an invitation. Gerd Rieso and I would like to join people along the road and invite them to take a day off and hike with us. Avi Deul from Tel Aviv will hopefully join uns on January 20, others might see us in Palestine.



Montag, 31. Dezember 2012

Eine alte Geschichte, neu geschrieben



Seitdem Yizhak Magen vor etwa 25 Jahren den großen Tempel bei Nablus, dem alten Sichem, ausgegraben hat (sein Buch dazu ist bei Google books zu finden), wird die Geschichte Samarias neu geschrieben. Und nicht nur sie – radikale Kritiker der jüdischen Geschichtsschreibung, die der „Spiegel“ zu Wort kommen lässt (in der Ausgabe 15/2012) möchten gleich eine komplette Gegengeschichte der Israeliten schreiben, in welcher überhaupt nur noch der Tempel bei Sichem / Nablus, auf dem Berg Garizim, existiert, und der Tempel in Jerusalem dagegen reine Fiktion ist, mitsamt den Königen David und Salomo. Alles soll Sage sein.



Freitag, 28. Dezember 2012

Neues aus Samaria


Es kommen neue Stimmen aus dem alten Land Samaria, das vor Zeiten einmal das Durchgangsland für Maria und Joseph auf dem Weg von Nazareth nach Bethlehem war und in gleicher Weise später dann auch für Jesus, auf dem Weg von der Idylle des Sees Genezareth hinauf an das grausame Kreuz in Jerusalem. Heute ist das frühere Samaria der große nördliche Teil des am 29. November 2012 von der UNO als non member observer state anerkannten Palästina. Seine Regierung hat ihren Sitz in Ramallah, dem alten Rama, unweit von Jerusalem und Bethlehem. Mich zieht es in dieses Land, seitdem ich vor einem Jahr einen Zipfel davon gesehen habe, nämlich Jenin im Norden und außerdem die Stadt von Mohammad A., Silat al-Dahr, die von Jenin aus auf halben Weg in das alte Sichem liegt. Sichem wurde zu Zeiten der Römer zu Neapolis, das ist auch der heutiger Name des Ortes, Nablus auf Arabisch.



Sonntag, 11. November 2012

Das Obama-Modell

Barack Obama kann auf eine besondere Art und Weise Grenzen überschreiten. Wer seine Bücher gelesen hat, weiß, dass er das lange vor seinem Eintritt in die Politik gelernt haben muss. Er hat auf dem Schoß seiner weißen Großmutter gesessen und ihr halb rassistisches Geschimpfe über die Schwarzen gehört und dann wenig später das Geschimpfe der Schwarzen mitbekommen, die sich über die mangelnden Chancen beschwerten, die ihnen die weiße Mehrheitsgesellschaft anbot. Obama kennt in vielen Konflikten beide Parteien und kann ihre Motive von innen heraus beschreiben. Wenn es nach seiner Vorstellung ginge, dann würden in der Politik große Kompromisse unter der sanften Regie solcher Personen zustande kommen, die wie er das Räderwerk der unterschiedlichen Interessen intuitiv verstehen und deshalb in eine mittlere, ausgleichende Richtung lenken können.




Freitag, 2. November 2012

Der Paul-Theroux-Effekt

Paul Theroux
 
In den Überlegungen, ob die neuen Medien das Lernverhalten der heutigen Jugend negativ beeinflussen, kommt nach meinem Eindruck ein Effekt zu kurz, den der US-amerikanische Autor Paul Theroux einmal wie folgt beschrieben hat. Theroux war als junger Mann bei einem Uganda-Aufenthalt dem späteren Literaturnobelpreisträber V.S.Naipaul begegnet und hatte auf seinen Rat hin angefangen, ein Tagebuch zu führen, um auf diesem Weg ein echter Autor zu werden. Dieses Tagebuch hat Theroux später, als er selbst ein bekannter Schriftsteller geworden war, noch einmal hervorgeholt und ausgewertet, um ein Buch über Naipaul zu schreiben. Er hat beim Schreiben verwundert bemerkt, dass er weite Teile seines Buches aus der lebendigen und intakten Erinnerung an seine Kontakte  mit Naipaul schreiben konnte, dass er aber die Teile, für die er sich auf das Tagebuch stützen konnte, allesamt vollkommen vergessen hatte.