Samstag, 29. April 2017

Reisen in der entzauberten Welt

Landschaft am See Genezareth
Niemand sollte enttäuscht sein, wenn er an den heiligen Orten des Landes Israel nicht der Kraft begegnet, die an diesen Orten gewirkt und sie vielen Generationen heilig gemacht hat. Moderne Menschen leben in einer entzauberten Welt* und können sich nicht mehr vorstellen, was fromme Pilger früherer Zeiten erlebt haben, wenn sie an einen besonderen Ort gingen, vielleicht dorthin, wo es eine Reliquie gab, die auf besondere Weise die Verbindung zu dem früheren Geschehen herstellte.

Montag, 24. April 2017

Fluch und Segen



Chorazin
Unweit von unserem Ferienort hat man die Reste der alten Stadt Chorazin ausgegraben. Sie liegt auf einer Anhöhe über dem See Genezareth und sieht mit ihren Trümmern aus schwarzen Basaltsteinen so gespenstisch aus, als wirke der alte Fluch, den Jesus über diese Stadt verhängt hat, bis heute nach.

Donnerstag, 20. April 2017

Barmherzigkeit

Fenster in der Kirche auf dem
Berg der Seligpreisungen
Die Geschichte von dem Geschenk, das ich vor vielen Jahren einmal  aus Afrika erhielt, habe ich vermutlich schon häufiger erzählt. Das Geschenk bestand aus einem Holzbrett, auf dem in kunstvoller Schrift eine Seligpreisung geschrieben war. Der liebe Freund, der mir dieses Souvenir von einer Reise mitgebracht hatte, wusste eigentlich nur, dass eine Seligpreisung darauf stand, nicht welche, konnte aber durch eine einfache Konstruktion trotzdem sagen, dass es diejenige war, in der als einziger von den acht Seligpreisungen das Wort für die Eigenschaft der Gepriesenen gleich ist dem Wort, welches ihre Belohnung bezeichnet. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 

Das Wort kommt also zweimal vor, was sich selbst dann erkennen lässt, wenn die Seligpreisung in Suaheli geschrieben ist.
Nur die Barmherzigen werden mit dem belohnt, was sie geben: mit Barmherzigkeit. Die Friedfertigen werden nicht mit Frieden belohnt und die Sanftmütigen nicht mit Sanftmut. Aber den Barmherzigen ergeht es so, wie sie es selbst gewährt haben.

Samstag, 1. April 2017

Der Jakobusbrief


Eingangsgruß

Jakobus, Gottes und des Herrn Jesus Christus Knecht, den zwölf Stämmen in der Diaspora seinen Gruß!


Vom Segen, in Versuchungen zu geraten

Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk sein, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt. 

Eine Bibel von der İstiklal Caddesi, und eine muslimische Methode sie zu lesen


In seinem neuen Buch berichtet Mustafa Akyol von seiner ersten Begegnung mit einer Bibel. Sie wurde ihm als jungem Mann ausgehändigt, und zwar etwa um das Jahr 2000 herum in der großen Einkaufsstraße von Istanbul, der İstiklal Caddesi. Akyols Buch beginnt damit, dass er mit einer Mischung aus Skepsis und Neugierde in dieser Bibel zu lesen beginnt.

Samstag, 25. März 2017

Jesus im Koran - das Wort Gottes



In der Mitte des neuen Buches von Mustafa Akyol findet sich eine interessante Anweisung für das Gespräch zwischen Christen und Muslimen. Verfasst hat sie der Kirchenvater Johannes von Damaskus, der um das ja 650 herum in einem bereits von den Muslimen eroberten aber für die Christen offenen Damaskus geboren wurde. Er ist einige Zeit am Hof des Kalifen erzogen worden, und er schreibt in einer Anleitung über das Gespräch mit Sarazenen (wie er die Muslime nennt):

Freitag, 17. Februar 2017

Was heutige Muslime von Jesus lernen können (Mustafa Akyol)

Was ist los mit dem Islam? Warum gibt es so viele wütende Muslime in der Welt, die den Westen verabscheuen? Warum führen selbstdeklarierte Islamische Staaten harte Gesetze ein, die Minderheiten, Frauen und "Abtrünnige" unterdrücken? Warum gibt es Terroristen, die im Namen Allahs töten?

Viele im Westen haben diese Art von Fragen seit Jahrzehnten gestellt. Die Antworten variierten von der Behauptung, dass es heute kein Problem im Islam gibt (was zu abwehrend ist), bis dahin, dass der Islam selbst ein großes Problem für die Welt ist (was unfair ist und voreingenommen). Zum Glück haben besser informierte informierte Beobachter objektivere Antworten gegeben: die islamische Zivilisation, früher einmal die aufgeklärteste der Welt, hat in letzter Zeit eine akute Krise mit gravierenden Folgen durchgemacht.