Ich habe diesen Ratschlag vor vielen Jahren gelesen und seither
nicht vergessen. Heute, wo ich in einem Alter bin, in dem ich solche Ratschläge
aufmerksam hören sollte, stelle ich fest, dass die Befolgung auf ein gewisses Problem
trifft: man kann sich zwar um ein verbessertes Interesse am Leben bemühen, wird
aber feststellen, dass umgekehrt das Leben sich nicht mehr allzu sehr um einen selbst
bemüht.
Die alten Freunde haben – wenn sie überhaupt noch leben –
wenig Energie, um einen geplanten Besuch endlich wahrzumachen. Die jungen Leute
halten einem höflich die Türe auf, gehen dann aber schnell ihres Weges, um sich
mit Altersgenossen zu unterhalten und nicht mit einem alten, uninteressanten
Menschen wie mir. Selbst die Enkelkinder, die mir mit „Opa! Opa!“ entgegen laufen,
wenn ich sie besuche, verlieren schnell das Interesse an mir, vielleicht
deshalb, weil meine Themen sie nicht besonders reizen.
So geht also das Leben weit draußen an mir vorbei, und die
Fäden, die mich mit ihm verbinden, werden immer länger und dünner. Auch in Updikes
Buch bewirkt der gute Rat eher das Gegenteil: Angstrom macht das, was er in
seinem Leben immer besonders gut gekonnt hat, er spielt Basketball, und zwar an
einer Straßenecke mit einem dort spielenden Jugendlichen. Dabei erleidet er den
zweiten Herzinfarkt, der dann am Ende tödlich ist.
