In Köln konnte man in der vergangenen Woche zwei besonderen Besuchern begegnen: Zélie Martin und ihr Mann Louis, er ein Uhrmacher aus Alençon in der Normandie. Die beiden sind schon seit über 100 Jahren tot,
dürfen aber derzeit als Reliquien durch die Welt reisen und werden an vielen
Orten mit großer Verehrung empfangen.
Freitag, 22. Juni 2018
Samstag, 2. Juni 2018
Das moderne Selbst – innerlich, alltäglich, natürlich
Wenn es in diesem Buch, das voll ist mit schweren
philosophischen Überlegungen, etwas gibt, bei dem man anhalten, zur Ruhe kommen
und ein paar Dinge verstehen kann, dann sind es immer wieder die Punkte, in
denen Taylor uns die Werte vorstellt (er spricht von "goods" ,
also Gütern oder Gutem), die heute grenzüberschreitend vielen unterschiedlichen
Menschen auf der Welt gemeinsam sind.
Taylor schildert sie in drei großen Kapiteln anhand von drei
großen Bereichen.
Da ist zum ersten der Bereich der Innerlichkeit, der
Hinwendung auf ein inneres Wesen, in dem unser Selbst wohnt. Dass wir in uns
selbst gehen, in unserer Seele forschen, das war nicht immer eine
Selbstverständlichkeit. Das alte griechische Denken war eher von Dingen
außerhalb von uns selbst bestimmt. Der Sinn des eigenen Lebens konnte nur
erkannt werden, wenn man die Sinnhaftigkeit der äußeren Dinge, ihre Ordnung um
uns herum verstanden hatte.
Freitag, 9. Februar 2018
Eine Ehre für Nordirland
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| Harry Gregg |
Sonntag, 21. Januar 2018
Abrahams Teppich
In Angelika Neuwirths neuem Buch wird die Geschichte der
islamischen Aneignung der Abrahamsgestalt erzählt. Diese Aneignung ist
geistreich und ungewöhnlich und in der Bewertung von Frau Neuwirth "revolutionär".
Die Entwicklung des neuen Abrahamsbildes der Muslime vollzieht sich in
mehreren Stufen. Der durch Mohammed eingeleitete Rückkehr zum Monotheismus
beginnt in Mekka und hat als eins seiner Zentren die im Koran siebenmal
wiederholte Geschichte, wonach Abraham in seiner Heimatstadt die alten tönernen
Götzen als Machwerk erkennt, sie entlarvt und sie zerstört. Abraham begegnet den Gläubigen als jemand, der eigene kritische Gedanken entwickelt und dann mit Witz und Tatkraft in die
Geschichte eingreift. Anders als beim Abraham der Bibel erfährt der Leser des Korans nichts von desssen Vertrauen in den Gottesruf, der Abraham aus seiner Heimat fort und in ein neues Land führt.
Samstag, 20. Januar 2018
Ein Bocuse-Rezept
Moules à la marinière, Muscheln nach Seemansart - seit vielen Jahren halte ich mich an dieses schöne und einfache Rezept, bei dem am Ende der Sud noch ein wenig eingekocht, "reduziert" wird.
Aus dem Buch "Die Neue Küche", mit dem Originaltitel "La Cuisine du Marché", welche den Grundgedanken von Bocuse am besten zum Ausdruck bringt: das Kochen beginnt morgens mit einem sorgfältigen Einkauf auf dem Markt.
Dienstag, 2. Januar 2018
Gerechtigkeit und Symmetrie
Angelika Neuwirth hat für die Entstehung des koranischen
Begriffs von Gerechtigkeit ein schönes Bild. In der Sure 90 "Die
Stadt", in der es eindrückliche Bilder von sozialer Gerechtigkeit gibt,
Bilder, die unmittelbar dem Alten Testament entnommen sein könnten, wird
zunächst auf die menschliche Schöpfung Bezug genommen (Q 90: 8-9)
Haben wir ihm nicht zwei Augen eingesetzt
und eine Zunge und zwei Lippen?
Frau Neuwirth führt aus, dass es in einer anderen
Koranstelle (Q 82:7) heißt, Gott habe den Menschen "erschaffen, fein
gebildet und ins Gleichgewicht gebracht". Das arabische Wort für
Gleichgewicht (addala) ist das Stammwort für das spätere Wort für Gerechtigkeit
(adl). Die Symmetrie der menschlichen Ausformung, das schöne Gleichgewicht, ist das Urbild für
Gerechtigkeit, ganz ähnlich wie das Bild der ebenfalls symmetrischen Waage.
Dienstag, 19. Dezember 2017
Zehn Jahre Blog: Der Theroux-Effekt
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| Paul Theroux |
Als junger Lehrer in Afrika ist der heute 76-jährige
amerikanische Reiseschriftsteller Paul Theroux in Uganda seinem berühmten
Kollegen V.S.Naipaul begegnet, dem späteren Nobelpreisträger. Theroux mit
seinen 25 Jahren war voll Bewunderung für den neun Jahre älteren Naipaul und
hat in ihm den Mentor gefunden, der seine damals ganz am Anfang stehenden
Karriere als Schriftsteller entscheidend befördert hat.
Theroux hat mehr als 50 Bücher geschrieben, darunter das über 30 Jahre später erschienene "SirVidia's Shadow" (1998), das die Freundschaft der beiden Männer anfangs
sehr lebendig und hoffnungsvoll beschreibt, das dann später aber auch das Zerwürfnis und den am Ende
offenen Hass dokumentiert.
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