Montag, 15. November 2010

Ein kleines, großes Lied




Ein Bericht der New York Times über das Konzert eines lettischen Chores brachte mich auf die Spur des Liedes Put vejini, das der Chor im Lincoln Center als Zugabe gegeben hatte. Bei YouTube fand ich das Lied in einer Aufnahme vom lettischen Singfest 2008. Mit den blondgezopften Mädchen und ihren Blumenkränzen in den Haaren ist es auch für die Augen schön.



Das Lied ist eigentlich eher schlicht:

Wehe Windchen, treib das Schifflein, treibe mich nach Kurland hin.

Ihre Tochter, flink beim Mahlstein, bot die Kurländerin mir.

Bot sie wohl, doch gab sie mir nicht, schalt, ich sei ein Zecherbursch.

Schalt mich einen Zecherburschen,der sein Ross zuschanden ritt.

Welchen Krug hab ich geleeret, wessen Ross fiel unter mir?

Hab für eig'nes Geld getrunken, hab mein eignes Ross gejagt.

Wehe Windchen, treib das Schifflein, treibe mich nach Kurland hin.

Put, vejini, dzen laivinu, Aizdzen mani Kurzeme.
Kurzemniece man solija Sav' meitinu malejin’.
Solit sola, bet nedeva, Teic man’ lielu dzerajin'.
Teic man’ lielu dzerajinu, Kumelina skrejejin’.
Kuru krogu es izdzeru, Kam noskreju kumelin'?
Pats par savu naudu dzeru, Pats skrej' savu kumelin’
Put vejini, dzen laivinu Aizdzen mani Kurzeme.

Es wurde zu einem nationalen Symbol, nachdem die Russen den Letten nach 1945 das Singen der Nationalhymne verboten hatten, und die Letten Put vejini zur heimlichen Hymne erhoben.



1 Kommentar:

Christel hat gesagt…

Danke, Christian!
Das Lied spielte in Lettland übrigens auch eine große Rolle bei der singenden Revolution dort, die auch in ähnlicher Weise in Estland geschah. Singen kann manches bewirken!

LG Chris